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Wehrfunktion

Schloss und Kirche, letztere auf einem weithin sichtbaren Platz, sind als gemeinsame Wehranlage konzipiert. Heute noch ist die Kirche von einer Wehrmauer umgeben, die ursprnglich 6 m hoch und mit Schlitz- und Schlssellochscharten versehen war. Ein gedeckter Verbindungsgang, zum Teil mit Schartenfenstern, fhrt vom Oratorium des Schloherrn in der Kirche ber den Schlograben zum Schlo.

Die Kirche selbst verdankt ihren in sterreich einzigartigen festungshnlichen Charakter einer sinnreichen Konstruktion: Vor die Umfassungsmauern des Langhauses und zwischen die 1 m vorspringenden Strebepfeiler sind spitzbogige Arkadenmauern gestellt, sodass sich, von auen fast unsichtbar, zwischen Grundmauern und Arkaden ein ca. 40 cm groer Zwischenraum befindet, in dem der Wehrgang luft und durch den heies Pech, anderes brennendes Zeug und Steine usw. auf die Angreifer hinabgeworfen oder geschttet werden konnten. Von hier aus, wie auch von den Schartenfenstern, konnte die Kirche gegen jeden direkten Angriff verteidigt werden.

Die Verteidiger erreichten ihre Standpltze ber die Stiege im Turm, die zum rundum mit Schiescharten versehenen Wehrobergescho des Chores fhrt. ber eine Tr gelangt man dann zum Dachboden des Langhauses, und von dort war ber eine Leiter der Abstieg zum Gewlbe und zum zwischen den Mauern liegenden Laufgang hinter den Schiescharten mglich. Dieses Abwehrsystem stammt aus Sdfrankreich und ist dort seit der 2. Hlfte des 12. Jh.s blich. Auch der Papstpalast in Avignon ist auf eine solche Weise befestigt. Seit dem 15. Jh. findet man es bei Kirchen in Siebenbrgen.

In St. Peter hatte man zustzlich zu diesen Verteidigungsbauten auch an die lebenswichtige Wasserversorgung im Falle einer langdauernden Belagerung gedacht: In der Kirche, unterhalb der Orgelempore, wurde anllich der Renovierung 1954 ein 12 m tiefer Brunnenschacht entdeckt, der heute mit einem Deckel verschlossen ist.

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Wehrkirche um 1452

Die sptgotische Hallenkirche stellt mit dem System der Verteidigungsbogen eine architektonische Raritt in sterreich dar. hnliche Bauweisen sind in Sdfrankreich und in Siebenbrgen anzutreffen. Arkaden tragen die Dachkonstruktion, deren Dachgescho 26 Schtzenstnde mit Schlssellochscharten und entlang der Langmauern 40 cm breite Wurfspalten aufweist. Hierzu kommen noch 12 Schtzenstnde mit Schlssellochscharten ber dem lteren Kirchenchor.

Das Netzrippengewlbe ist ein frhes kennzeichnendes Beispiel fr die Gewlbefiguration der von Hanns Puchspaum 1443 gegrndeten Steyrer Bauhtte. Ein Brunnen im Kircheninneren sicherte die Wasserversorgung der Wehrkirche. Schloss und Kirche sind durch einen mit Schiescharten versehenen berdachten Bogengang verbunden, sodass sie ein gemeinsames wehrhaftes Zufluchts- und Verteidigungssystem bildeten. Aufmerksamkeit verdienen zwei Kremser Schmidt-Bilder, der Jugendstilaltar und die Windischgrtz-Gruft.

(Dieser Text steht auf der Info-Tafel, die auf der Kirche angebracht ist.)

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