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Geschrieben von: Jerko Malinar   

 Glaube als Geschenk - Glaube als Entscheidung  

 Festgottesdienst anlässlich der Pfarrvisitation

2008.05.25_10.32.06.jpg Am  25.05.2008.   In seiner Predigt führte Weihbischof Dr. Anton Leichtfried einige wichtige Ereignisse an, die seit der letzten Visitation der Pfarre im Jahre 1986 durch Weihbischof Stöger zu großen Veränderungen geführt haben.

 In Sachen Weltgeschichte wäre das der gewaltlose Fall des Eisernen Vorhangs 1989, der Balkankrieg 1991, bei dem Europa zu- oder besser gesagt weg-geschaut hat, dann 2001 neue Bedrohung, neuer Terror, neue Kriege, Inszenierungen durch welche einige Wenige extrem reich geworden sind.

 Auch in der österreichischen Gesellschaft und Kirche hat sich viel verändert.   Das Wort des Pfarrers, des Bürgermeisters und des Vaters gilt selbst am Land nicht mehr so viel wie damals, das geschlossene Dorf gibt es nicht mehr, wo alle alles gemeinsam machen und Außenseiter ist, wer sonntags nicht in die Kirche und dann zum Frühschoppen geht.

 Zum ersten Mal in der Geschichte Österreichs ist es jetzt so, dass Glaube in tatsächlicher Freiheit, ohne äußeren Druck gelebt werden kann.   Viele erleben den statistischen Rückgang der Kirchgeher als Frust und Schmerz, viele erleben den Traditionsbruch innerhalb ihrer eigenen Familie.   Wir müssen lernen, mit diesen Voraussetzungen von Vielfalt und Freiheit umzugehen, nicht deprimiert auf vermeintlich "Schuldige" hinpecken, aber uns auch nicht zurückziehen. 

 Im Grunde sind wir in der gleichen Situation wie die ersten Christen:  die christliche Position wird nicht automatisch übernommen.   Das hat auch Vorteile:  Entscheidungen zum Glauben werden bewusst getroffen.   Heute muss ich wissen, warum ich Christ bin, wenn nicht, bin ich es morgen, spätestens übermorgen nicht mehr.   Franz Jägerstätter sagte:  "Das Entscheidende ist, wie ich vor Gott dastehe, das andere wechselt alle 10 Jahre."

 Heute glauben wir aus Überzeugung.   Es gibt nichts mehr dazwischen:  entweder für oder gegen das Leben, für Gott oder für den Mammon, wie wir gerade im Sonntagsevangelium hörten.   Wenn wir uns zu den Glücklichen zählen können, die einen lebendigen Zugang zu Gott gefunden haben, dürfen wir uns nicht viel darauf einbilden, sondern sollen dankbar sein.

 Im Anschluss an den Gottesdienst wurde Bischof Leichtfried anlässlich seines 41. Geburtstags ein Geschenkkorb mit Mostviertler Spezialitäten überreicht.   Danach war für alle eine Agape am Kirchplatz vorbereitet, wo er sich reichlich Zeit nahm, mit vielen Menschen persönliche Gespräche zu führen.

 Der junge und leutselige Weihbischof hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Pfarrgemeinde, der allerdings mindestens 22 Jahre anhalten muss - sollte das Visitationsintervall gleich bleiben.   Für ein gutes Miteinander in der Diözese wäre es aber notwendig, öfters persönlichen Kontakt mit den Oberhirten zu haben.

 Mehr Fotos auf cross-press.net.

 

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